Alte Universität von Baeza

BESCHREIBUNG

Baeza ist eine Universitätsstadt. Sie war es vom 16. bis zum 19. Jahrhundert und ist es heute wieder mit dem Sitz der Internationalen Universität Antonio Machado von Andalusien. Das ehemalige Universitätszentrum wurde im Jahr 1538 durch eine päpstliche Bulle von Papst Paul III. gegründet. Ihr ursprünglicher Standort war dort, wo sich heute das Museum von Baeza befindet. Zu dieser Zeit gab es in Spanien kaum ein Dutzend Universitäten. Nach und nach gewann das Zentrum an Ansehen und Bedeutung und Baeza wurde im Volksmund als „andalusisches Salamanca” bezeichnet, in Anspielung an die kastilische Stadt, die die angesehenste Universität der damaligen Zeit beherbergte.

Dieser zweite Sitz wurde an demselben Ort errichtet, wo auch die Wallfahrtskirche von San León gelegen war, mit dem Zweck so das Platzproblem zu lösen, das am ersten Standort gegeben war. Im 17. und 18. Jahrhundert erlebte sie zusammen mit den anderen Universitäten Andalusiens – Sevilla, Granada und Osuna – ihre Blütezeit, doch im 19. Jahrhundert beklagte sie ihren Niedergang und erhielt im Juli 1807 den ersten und 1824 den endgültigen Bescheid über ihre Aufhebung. Nach mehreren Wiederbelebungsversuchen und Besitzerwechseln wurde sie 1875 zu einer Schule für Geisteswissenschaften, eine Einrichtung, aus der bald die Sekundarschule werden sollte.

Die Struktur ist typisch für Paläste in der Renaissancezeit: ein großer Innenhof mit einem doppelten Bogengang und einem Treppenhaus, das mit einer Kasseten-Kuppel überdacht ist. Die Fassade ist im manieristischen Stil gehalten und erstreckt sich über drei Etagen. Das Portal hat einen Rundbogen und wird von einem dorischen Doppelpilaster eingerahmt. Darüber ist ein Medaillon mit der Darstellung der Heiligen Dreifaltigkeit zu sehen. Die Wappen des Universitätsgründers Pedro Fernández de Córdoba flankieren das Hauptfenster und ruhen auf dem Gesims. So wie es Juan Cruz Cruz in seinem Werk Baeza, histórica y monumental beschreibt, „das Gebäude ist authentisch und ansprechend und doch feierlich mit gutem Quaderbau“.

  • Der Kreuzgang

    Der Innenhof oder Kreuzgang wird von einer Doppelarkade mit Rundbögen gebildet, die auf schlanken toskanischen Säulen ruhen. Gegenüber dem Eingangstor befindet sich das Treppenhaus, und darunter liegt das ehemalige Studentengefängnis. An einer der Klostermauern ist ein Bronzerelief angebracht, das Antonio Machado huldigt.

    Der „Paraninfo“ (Veranstaltungssaal) befindet sich am Ende des Innenhofs. Er hat einen quadratischen Grundriss, verfügt über hölzerne Tribünen und seine Wände sind mit wertvollen Gemälden seiner Gründer geschmückt: dem Geistlichen Rodrigo López, San Juan de Ávila und einem seiner begabtesten Schüler, Diego Pérez de Valdivia.

    Dieser Komplex wird durch die Kapelle San Juan Evangelista vervollständigt, die zu Beginn des 17. Jahrhunderts fertig gestellt wurde und aus einem einzigen Schiff mit Tonnengewölbe besteht. Die Hauptfassade bildet einen einzigen Körper mit dem Hauptgebäude, wo die Wappen der Gründer zu sehen sind. Das nach Süden ausgerichtete Hauptportal ist mit seinem Rundbogen und den korinthischen Säulen schlicht und doch elegant gestaltet. Im Innenbereich befinden sich eine kleine Kapelle, die Fernández de Córdoba gewidmet ist, und zwei weitere kleine Kapellen im manieristischen Stil, die sich in der Mitte des Kirchenschiffs gegenüberstehen. Der Turm ist in zwei Körper unterteilt, einen quadratischen und einen achteckigen Teil am oberen Ende, die Öffnungen des Glockenturms sind als Rundbögen gestaltet.

    Im Laufe ihrer Geschichte konnte die Universität von Baeza auf namhafte Professoren zählen, wie den Ordensmann und Schriftsteller Juan de Ávila und den Historiker Jaime Vicens Vives. Ihr berühmtester Lehrer war jedoch der Dichter Antonio Machado, auch wenn die Universität bei seiner Ankunft in der Stadt längst keine Universität mehr war, sondern eine Sekundarschule. Machado unterrichtete dort ab dem Jahr 1912 Französisch, kurz nach dem Tod seiner Frau Leonor. Das Klassenzimmer, in dem der Autor von „Campos de Castilla“ unterrichtete, ist heute ein kleines Museum, das der Öffentlichkeit zugänglich ist, mit seinem Originalmobiliar und zahlreichen Dokumenten des Dichters.

  • *AUSSTELLUNGSRAUM Antonio MACHADO, DIE AUSBILDUNG IN SEINER ZEIT

    Mit der Ausstellung „Antonio Machado und die Ausbildung in seiner Zeit“ würdigt die Stadt Baeza einmal mehr diese universelle Persönlichkeit und präsentiert sie aus einer herzlichen und innovativen Perspektive heraus. Der großartige Dichter aus Sevilla war der Stadt immer besonders verbunden, da er regelmäßig an den Gesprächskreisen „La Robótica“ teilnahm und Mitglied des „Nuevo Casino“ war. Hier schrieb er auch einen bedeutenden Teil seines Werkes. Baeza verfügt zudem über eine Reihe von „Machadianischen Orten“, die mit dem Dichter in Verbindung stehen, wie das Haus in der Calle Gaspar Becerra, das „Hotel Comercio“, die Apotheke von Don Adolfo Almazán, der „Paseo de las Murallas“, „Encina Negra“, das „Casino de Artesanos“, der Santa Maria Platz, die Kathedrale und zahlreiche Gedenkstätten und -plätze.

    In diesem Ausstellungsraum hat das Publikum die Möglichkeit, sich über verschiedene Aspekte und Besonderheiten der Zeit, in der Machado lebte, zu informieren und auf diese Weise historische, soziale, kulturelle und wirtschaftliche Fragen zu klären. Die Ausstellungstafeln sind in drei Hauptthemenblöcke unterteilt. Der erste bezieht sich auf das Baeza, in dem Machado lebte, und auf seine Art in dieser Stadt zu leben. Die zweite bezieht sich auf Machados vielleicht weniger bekannte Facette als Lehrer, eine Funktion, die er zu seinem sehr wohl bekannten Talent als Dichter ausübte. Der dritte Themenblock befasst sich mit dem Raum, in dem das Projekt veranstaltet wird, einem wunderschönen Gebäude im manieristischen Stil, in dem die im 16. Jh. gegründete Alte Universität von Baeza untergebracht war. Darüber hinaus bietet der Raum interaktive Spiele und audiovisuelle Elemente, um auf unterhaltsame Weise mehr über Baeza und Antonio Machado in Erfahrung zu bringen.

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